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München, 30. Oktober 2008
Servus Bayernfans,
vier Siege in 11 Tagen, aber es bereitet trotzdem keinen großen Spaß, den heutigen Newsletter zu schreiben.
Das liegt am Schwerpunkt des heutigen Newsletters: das Thema Polizei.
Der C12 hat in den letzten Jahren viele Versuche unternommen, die Situation auch
durch Dialog zu verbessern. Gerne würden wir hier jetzt stolz die Ergebnisse präsentieren, aber bei einer
sachlichen Betrachtung fällt das Ergebnis ernüchternd aus. Hinzu kommt das Ergebnis unserer Umfrage von
August, die unsere Eindrücke und Befürchtung leider nicht nur bestätigt, sondern im negativen Sinne weit
übertroffen hat. Zusammengefasst: ein im höchsten Maße unerfreuliches Thema. Aber all das totzuschweigen
oder schönzureden wird uns auch nicht weiterhelfen, also: Packen wir's an!
Viel Spaß beim Lesen des Newsletters (auch wenn das eher unwahrscheinlich ist) wünscht der
Club Nr.12
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FANS UND POLIZEI I: Gemeinsame Erklärung zwischen Fans und Polizei |
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Seitdem der Club Nr.12 Choreografien organisiert, müssen wir uns in den Grenzen der Stadionordnung bewegen
und uns an Vorgaben von Polizei und anderen Sicherheitsbehörden hallten. Trotzdem lässt sich das Prozedere
kaum noch mit dem Vorgehen vor 10 Jahren vergleichen: Damals traf man am Spieltag oft noch vor dem
Ordnungsdienst am Olympiastadion ein, und dann fuhren wir einfach mit dem Transporter durchs offene
Marathontor, über die Tartanbahn vor die Südkurve und haben unser Material direkt in den Block geschleppt.
Dass sich das inzwischen geändert hat, ist aus Sicherheitsaspekten nachvollziehbar und sinnvoll. An anderen
Stellen gab es aber bereits damals Probleme, z.B. beim Dauerthema der erlaubten Länge von Fahnenstangen. Ab
dem Moment des ersten Spatenstichs der Arena hieß es jedoch von Vereinsführung und Fanbetreuung:
"Im neuen Stadion wird alles anders, da sind wir Herr im eigenen Haus und nicht nur Mieter". Dann war das
Stadion fertig, und alles blieb beim Alten, nur dass die Einhaltung der Verbote noch strikter gehandhabt
wurde. Aber es sollte bald besser werden, hieß es. Die strengen Regeln würden nur für die Eingewöhnungszeit
gelten, es fehle einfach noch an Erfahrungswerten. Um diesen Neuanfang zu dokumentieren wurde eine gemeinsame
Erklärung von Fans und Polizei ausgearbeitet. Von Seiten der Fans wurde u.a. angekündigt alles zu
unternehmen, um Feuerwerkskörper aus der Arena zu verbannen. Seit diesem Moment gab es so gut wie keine
derartigen Vorfälle mehr bei den Heimspielen des FC Bayern. Eine Lockerung der Verbote erfolgte jedoch
trotzdem nicht. In einer Neufassung der Erklärung wurde auf Drängen der Fans deshalb der Punkt aufgenommen,
dass die Polizei nach Lösungen suchen wird, um die Freiräume der Fans in diesem Bereich zu vergrößern. Und
siehe da: Beim letzten Heimspiel der Saison waren das erste Mal die 1,50-m-Fahnen erlaubt. Ein
beeindruckendes Bild, auch die Polizei zeigte sich zufrieden mit der Aktion und es gab keinerlei
Beanstandungen. Und dann? Statt die Fahnen nun dauerhaft zu erlauben wurden sie wieder verboten. Warum man
die Fahnen zuerst erlaubt, dann damit gute Erfahrungen macht, und sie danach wieder verbietet konnte uns
bis heute niemand erklären.
Anfang dieser Saison bat die Fanbetreuung die 30 Fanclubs und Fanorganisationen im Arbeitskreis Fandialog, die
"Gemeinsame Erklärung" erneut zu unterzeichnen. Doch sieben Fanclubs bzw. Fanorganisationen, u.a. der
Club Nr.12 waren der Auffassung, dass eine gemeinsame Erklärung, die nur von einer Seite, nämlich der der
Fans, ernst genommen wird, das Papier nicht wert ist auf der sie gedruckt ist. Interessantes Detail hierzu:
bei den sieben Nicht-Unterzeichnern handelt es sich genau um die sieben Fanclubs und Fanorganisationen mit
Sitz in München. Mit dem Nicht-Unterzeichnen der Erklärung wollte und will keiner der Beteiligten sich vom
sinnvollen Inhalt der Erklärung wie z.B. dem Gewaltverzicht distanzieren. Es ging vielmehr darum ein
deutliches Zeichen zu setzen: Wir haben nicht den Eindruck, der "Vertragspartner" Polizei würde sich
ernsthaft um die Umsetzung der gemeinsamen Ziele bemühen.
Leider konnte dieses Zeichen von niemand wahrgenommen werden: Während die Erklärung in den letzten Jahren
stets zusammen mit der Liste der Unterzeichner abgedruckt wurde (alles andere macht ja auch wenig Sinn)
verzichtete man dieses Jahr ohne Ansprache darauf und schrieb einfach die Überschrift
"Gemeinsame Erklärung von Polizei, Fanclubs und Fanorganisationen (...)" darüber
(
stadionzeitung_brief_polizeipraesident.pdf).
Jeder Leser muss den Eindruck gewinnen, es habe sich nichts zu den vergangenen Jahren geändert. Dass mit
den sieben Nicht-Unterzeichnern nun kein einziger mehr an Bord ist, der vor drei Jahren die erste Fassung
der Erklärung mit ausgearbeitet und ins Leben gerufen hat scheint keine nennenswerte Information für den
Leser des Bayernmagazins zu sein. Es drängt sich nun schon die Frage auf, wozu es diese Erklärung noch gibt?
Eine "Gemeinsame Erklärung", die eine Seite nicht ernst nimmt und bei der es auf der anderen Seite
offensichtlich keinen Unterschied macht ob und von wem sie bei den Fans unterschrieben wird kann man sich
wirklich sparen.
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FANS UND POLIZEI II: Aktuelle Beispiele für "Zusammenarbeit" |
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Es war jedoch nicht nur das 1,50-Meter-Fahnen-Thema, das uns persönlich auch schon aus dem Hals raushängt:
Es ist die Vielzahl an Vorfällen, bei denen man den Eindruck gewinnen muss, dass es zumindest einem großen
Teil der Polizei überhaupt nicht um die selber propagierte partnerschaftliche Zusammenarbeit geht. Wir
haben im folgenden vier Punkte herausgesucht, aber wir könnten sicher noch etliche weitere aufführen....
1. Meisterschaftsmarsch auf der Leopoldstrasse:
In den letzten zehn Jahren ist es zu einer "Tradition" geworden, dass der harte Kern der Bayernfans bei
einer Meisterfeier von der Münchner Freiheit aus singend und Fahnen schwenkend über die zu diesem Zeitpunkt
ohnehin meist schon gesperrte Leopold- und Ludwigstraße zur Meisterfeier zum Marienplatz zieht. Da letzterer dann
meist schon überfüllt ist, ist dies für viele Leute auch die einzige Möglichkeit der Schale mal etwas näher zu kommen.
In den vergangenen Jahren gab es oft den Vorwurf, der Marsch würde - unabsichtlich - den Autocorso der
Mannschaft blockieren, da der Verkehr durch die vielen Fans auf der Straße schlechter durchkommt.
Realistisch betrachtet ist es nicht auszuschließen, dass durch die Fans auf der Leopoldstrasse 5 - 10 min
weitere Verzögerung zu den üblichen 1-2 Stunden Verzögerungen hinzukommen. Um diesem Vorwurf zu begegnen
wurde dieses Jahr von Fanseite aus darauf geachtet, dass sehr diszipliniert und frühzeitig eine Gasse
gebildet wurde, so dass es zu keinerlei Verzögerungen kam. Auch die Polizei hat uns bestätigt dass der
Autocorso dieses Jahr nicht durch den Marsch behindert wurde. Also alles in Butter, Problem gelöst, Fans
und Polizei glücklich...? Könnte man meinen.
Aber: In der Sommerpause wurde uns mitgeteilt, dass der Marsch in Zukunft verboten sei, und ein Versuch
diesen bei der nächsten Meisterfeier durchzuführen gewaltsam unterbunden wird. Begründung: Bei dem Marsch
handelt es sich angeblich um eine unangemeldete Demonstration. Wir wissen nichts davon, dass die Fans der
deutschen (oder italienischen oder türkischen) Nationalmannschaft bei der letzten EM und WM ihre Jubelfeiern
auf der Leopoldstrasse immer als Demonstration angemeldet haben. Wir wissen auch bis heute nicht, was die
Polizei so sehr an der Feier auf der Leopoldstrasse stört. Wir hätten aber zumindest erwartet, dass man
sich mal gemeinsam an einen Tisch setzt, die Probleme bespricht, und dann gemeinsam eine Lösung sucht, so
wie es der gemeinsamen Erklärungen entsprechen würde. Stattdessen wurde dieser Brief
(
stadionzeitung_brief_polizeipraesident.pdf) im Bayernmagazin
abgedruckt, in dem friedlich feiernde Fans in eine kriminelle Ecke gerückt werden.
2. Große Schwenkfahnen
In fast jedem Bundesligaverein an der Tagesordnung, nur bei uns seit Jahren ein großes Problem: die Verwendung einiger große Schwenkfahnen in der Kurve. An dieser Stelle sollte sich nun endlich etwas tun, die Polizei will hier mehr Entgegenkommen zeigen. Herausgekommen ist nun jedoch ein Meisterstück deutscher Bürokratie, das jede Vorfreude über die vermeidlichen Erleichterungen ins Gegenteil kehrt. Konkret soll die Benutzung einiger Fahnen in Zukunft in der Kurve erlaubt sein, allerdings nur unter folgenden Bedingungen:
- Anzahl der Fahnen ist auf 4 Stück pro Block begrenzt
- Die Fahnen müssen aus "Brandschutzmaterial" hergestellt werden. Das bedeutet: alle bisherigen Fahnen können nicht mehr eingesetzt werden, die Herstellungskosten sind etwa doppelt bis dreimal so hoch.
- Für jede Fahne muss zunächst ein Fahnenpaß hergestellt werden, in dem die Fahne beschrieben ist und ihre Erlaubnis für die Verwendung in der Arena dokumentiert wird
- Nicht jeder darf eine Fahne schwenken: die zukünftigen Fahnenschwenker müssen gemeldet werden, und die Polizei wird dann ihre Eignung für diese Tätigkeit überprüfen. Die Mitglieder einiger Fangruppen sollen - wie man hörte - schon aufgrund der Zugehörigkeit zu diesen Gruppen prinzipiell abgelehnt werden
- Einige Tage vor dem Spiel soll gemeldet werden, welcher der zugelassenen Fahnenschwenker mit welcher der genehmigten Fahnen in welchem Block schwenken wird.
- Die Fahnen dürfen nicht geschwenkt werden, wenn die Fans es wollen, sondern nur zu ganz speziellen Zeitfenstern: Zum Einlaufen der Mannschaften, nach Toren, und kurz nach dem Schlusspfiff.
Wer denkt, soviel Schikane wäre nicht mehr zu toppen, sollte mal bei den Fans der Bayern Amateure nachfragen. Auf der Gegengerade der Hermann-Gerland-Kampfbahn werden seit Jahren bei jedem Spiel zwei große Schwenkfahnen (6,5 Meter lange Stangen, 5x4 Meter große Fahnen) eingesetzt. Dies hat auch noch nie für Probleme gesorgt. Mit der Einführung der 3. Liga ist jetzt alles anders geworden. Zunächst waren die Fahnen komplett verboten. Nach drei Spielen hieß es, man könne mal einen Testlauf mit einer Fahne machen, die natürlich auch die neue Brandschutznorm erfüllen sollte. Also wurde vom C12 einen solche Brandschutzfahne hergestellt, allerdings zunächst mal ein kleineres Modell, gerade mal 2,5 x 2,5 Meter groß. Die Fahnenstange maß 4 Meter. Mit dieser Fahne wurden wir zu einer "Vorführung" ins Stadion gebeten. Was uns dort erwartete erinnerte schon sehr an die Versteckte Kamera: abgezählte 18 Personen (Polizeipräsidium, KVR, Brandschutz, Ordnungsdienst usw.), davon die Hälfte mit Anzug und Krawatte waren auf der Gegengerade der leeren HGK angetreten, um dort der Vorführung "Fan schwenkt probeweise eine Fahne" beizuwohnen. Danach wurde angeregt diskutiert. 10 Minuten später wurde den zwei wartenden Fans das Ergebnis verkündet: Man wolle nun mal ganz weit auf die Fans zugehen, und diese eine Fahne probeweise erlauben. Allerdings wäre da noch ein Punkt: "Wie lang ist die Fahnenstange?" "4m" entgegneten die Fans. Daraufhin wurde ihnen mitgeteilt. "Das ist doch etwas zu lang, 3,50 Meter kann aber genehmigt werden." Die beiden Fans beschlich der Verdacht, die erlaubte Fahnenstangenlänge wäre bei einer 5 Meter großen Fahne jetzt auf 4,50 m festgelegt worden, und bei einer 3,50 langen Fahne wahrscheinlich auf 3 Meter. Aber man machte gute Miene zum bösen Spiel, und erklärte sich einverstanden. Praktischer Weise hatte einer der Fans eine Säge im Rucksack, und man bot an, diese Vorgabe an Ort und stelle innerhalb weniger Sekunden in die Tat umzusetzen, um die Fahne beim gleich folgenden Heimspiel der zum ersten Mal Amateure einsetzen zu können. Nach einer kurzen Beratung kam dass Fahnestangenlänge-Expertengremium jedoch zu dem Schluss: "Nein das geht nicht, das ist jetzt zu kurzfristig, aber Ihr könnt die Fahne ja für das nächste Spiel noch mal beantragen." Daraufhin wurden Fans und Fahne mit Polizeibegleitung wieder aus dem Stadion geführt. Sieht so eine partnerschaftliche Zusammenarbeit aus, bei der man gemeinsam versucht, die Freiheiten für der Fans zu vergrößern?
Zumindest beim Thema "große Schwenkfahnen in der Arena" gibt es ganz aktuell aber auch gute Nachrichten: Wie uns am letzten Samstag mitgeteilt wurde ist nach mehreren Monaten Warten endlich die letzte noch fehlende Genehmigung eingetroffen, so dass der C12 in den nächsten Wochen beginnen wird, weitere Fahnen herzustellen. Die positive Überraschung: In der Genehmigung ist laut Fanbetreuung kein Passus, nach dem das Schwenken nur zu speziellen Zeiten erlaubt ist. Außerdem ist der Fanbetreuung entgegen ersten Aussagen nichts bekannt, dass ganze Fangruppierungen von der Benutzung großer Schwenkfahnen ausgeschlossen werden. Wenn sich jetzt noch Edmund Stoiber um den nötigen Bürokratie-Abbau kümmert, gibt es vielleicht beim Thema große Schwenkfahnen doch noch ein Happy End...
3. Dampfsonderzug nach Burghausen
Für die Fahrt zum Aufstiegsspiel der Amateure an die österreichische Grenze wurde vom C12 ein historischer
Zug bei einem privaten Eisenbahnverein angemietet. Bei der feuchtfröhlichen Hinfahrt ging in einem der
historischen Wagen eine kleine Scheibe zu Bruch. Dabei handelte es sich nicht um schwer zu zerstörendes
Sicherheitsglas wie es seit Jahrzehnten bei der Bahn üblich ist, sondern um eine sehr empfindliche einfache
Glasscheibe, wie sie vor 100 Jahren in den Wagen eingebaut wurde. (Zitat eines Sonderzuganbieters: "Die
gehen sogar schon mal kaputt, wenn man über eine Weiche fährt!") Keiner der Zeugen des Vorfalls würde dem
14jährigen, der sich bei dem Vorfall leicht am Arm verletzte eine Absicht unterstellen. Die Angelegenheit
war uns sowie dem 14-jährigen natürlich außerordentlich peinlich, so dass sofort im Zug für die kaputte
Scheibe der Hut herum gereicht wurde. Noch vor der Ankunft in Burghausen wurde dem Zugpersonal ein
dreistelliger Betrag übergeben, der die Reparaturkosten deutlich übertraf. Der Sonderzuganbieter bedankte
sich für diese Schadensregulierung in Rekordzeit, und damit hätte die Geschichte zu Ende sein können. Ist
sie aber nicht.
Irgendwie wurde die Bundespolizei auf die kaputte Glasscheibe aufmerksam. Dass allein ist schon überraschend,
da sie sich bei dem Vorfall gar nicht an Bord befand: Sonderzüge sind quasi Privatsache, das heißt der C12
ist verpflichtet eigene Ordner zu stellen, was wir auch gerne machen. Für den Steuerzahler ist so ein
Sonderzug also eine ideale Lösung, da er im Vergleich zu einer normalen Anreise viele Arbeitsstunden im
überlasteten Polizeiapparat einspart. Irgendwie war dadurch bei der Bundespolizei soviel Zeit übrig,
dass man - obwohl der Schaden längst reguliert war und selbstverständlich auch der Sonderzuganbieter KEINE
Anzeige erstattete und dies sogar der Polizei schriftlich mitteilte, selbstständig Ermittlungen aufnahm.
Nachdem man die Personalien herausgefunden hatte, flatterte den Eltern des 14jährigen ein Brief mit einer
Vorladung ihres Sohnes ins Haus: Vorwurf: Randale im Zug, Sachbeschädigung. Bei dem folgenden Verhör
versuchten die Bundespolizisten, denen weder eine Anzeige, noch eine einzige Zeugenaussage über den Vorwurf
vorlag dann, den 14jährigen in Anwesenheit seiner Mutter als randalierenden Hooligan darzustellen. Nachdem
der C12 einen Anwalt einschaltete wurde das Verfahren von der Staatsanwaltschaft eingestellt. Zurück bleibt:
Ein 14-jähriger, der zu Hause Probleme bekommt, weil die Polizei ihm grundlos versucht irgendetwas
anzuhängen, eine Anwaltsrechnung für den C12, die die Reparaturkosten der Scheibe übertrifft, und die
Ungewissheit, ob man den 14jährigen - wie es bei vergleichbaren Fällen schon vorgekommen ist - vielleicht
auch noch in die Polizeidatei "Gewalttäter Sport" eingetragen hat...? Partnerschaftliche Zusammenarbeit?
4. Choreografie beim Amateure-Spiel gegen Unterhaching.
Zehn Tage vor dem Heimspiel der Amateure gegen Unterhaching wurde von den Amateure-Fans eine kleine
Choreografie beantragt. Material: gerade mal 50 kleine Doppelhalter (90 x 90 cm) sowie 2 Säcke Konfetti.
Traurig genug, dass so etwas heutzutage genehmigt werden muss... Am Montag erhielten wir die positive
Antwort, und los ging es mit den Vorbereitungen. Am Freitag Nachmittag - 48 vor dem Spiel - wurde die
Genehmigung dann plötzlich und ohne Angabe von Gründen widerrufen. Diesen Montag haben wir nun die exakt
gleiche Aktion für das Spiel gegen Regensburg angemeldet, und erhielten prompt wieder eine Genehmigungszusage.
Mal sehen, ob die Aktion nun wieder am Freitag (also heute) verboten wird...
Sieht so eine konstruktive Zusammenarbeit aus?
Ohne jetzt noch weitere Punkte aufzuzählen dürfte unsere Entscheidung, die gemeinsame Erklärung mit der
Polizei bis auf weiteres nicht mehr zu unterzeichnen, wohl nachvollziehbar sein.
Ein Blick über den inner-Münchner Tellerrand zeigt, dass man auch bei den Anhängern des Turnvereins nicht
gerade gut auf die sogenannten Freunde und Helfer zu sprechen ist. Nach dem Amateurederby im Dezember
letzten Jahres kam es zu Übergriffen der Polizei auf Turnverein-Fans, bei denen mehrere Fans verletzt
wurden. Das wäre soweit noch nicht berichtenswert, auch bei dem Amateurederby ein halbes Jahr zuvor wurde
vom USK einmal nach dem Spiel auf die auf dem Weg zurück (!) zur Säbener Strasse gehenden Fans eingeknüppelt.
Doch dieses Mal geht sogar die Staatsanwaltschaft davon aus, dass "in unverhältnismäßiger Weise und ohne
rechtfertigenden (...) Grund mittels Schlagstöcken auf unbeteiligte Besucher, zum Teil Kinder und Frauen,
eingeschlagen" wurde. Trotzdem hat sie die Ermittlungen gegen die Polizei eingestellt. Grund: Da die
Polizisten ja alle die gleichen Uniformen tragen wäre nicht zu ermitteln, welche Polizeibeamte sich an den
Gewalttätigkeiten beteiligt haben. Nachzulesen ist diese unglaubliche Geschichte hier...
- http://www.sueddeutsche.de/muenchen/142/314043/text/
- http://www.sueddeutsche.de/muenchen/291/314191/text/
Der Arbeitskreis Fandialog hat zum Thema Personalisierung von Polizeibeamten die folgende Stellungnahme
abgegeben:
http://www.fcbayern.t-com.de/.../17557.php
Der Club Nr.12 kann sich dieser Stellungnahme nur anschließen.
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FANS UND POLIZEI III: Umfrage des Club Nr.12 zum Thema Fans und Polizei |
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Im August hatten wir eine große Umfrage zum Thema "Fans und Polizei" durchgeführt. Für die hohe
Teilnehmerzahl (über 1200!) möchten wir uns zunächst einmal bedanken. Uns ist keine vergleichbare Umfrage
bekannt, bei der einmal auf einer so breiten Basis das Verhältnis zwischen Bayernfans uns Polizei untersucht
wurde.
Das ausführliche Ergebnis der Umfrage findet Ihr hier zum Download
im .pdf-Format.
Die Ergebnisse sind sicher nicht repräsentativ für alle fünf oder zehn Millionen FC Bayern-Fans in
Deutschland. Unser Fokus lag zum einen auf den jüngeren Fans (15-30 Jahre), zum anderen auf den Fans in
der Fankurve, wobei es hier natürlich eine deutliche Überschneidung gibt.
Wir sehen uns von der Tendenz der Ergebnisse her in unseren Befürchtungen bestätigt, allerdings fällt der
Trend deutlich extremer aus als erwartet. Gerade bei der jungen Fangeneration gibt es eine beängstigende
Entwicklung hin zu einem von Hass und Feindschaft geprägten Verhältnis zur Polizei. Dieses Phänomen ist
dabei viel breiter, als dass man es einfach nur in die Schublade "100 unverbesserliche Ultras oder Hooligans"
ablegen könnte (selbst wenn es so wäre sollte man das nicht tun...)
Zwei Ergebnisse möchten wir aus der Umfrage herausgreifen, um diese Tendenz zu unterstreichen:
1. 60% der 15 - 19-jährigen betrachten die Polizei als ihren Gegner, oder sogar als ihren Feind. Die Rolle
als Freund und Helfer, oder zumindest als Helfer erkennen nicht einmal mehr 10%.
2. Neun von zehn Jugendlichen zwischen 15 und 19 halten es für genauso wahrscheinlich oder sogar für
wahrscheinlicher, Opfer von Polizeigewalt als von gegnerischen Fans/Hooligans zu werden! Natürlich entspricht
diese gefühlte Wahrnehmung nicht der Realität in dem Sinne, dass es 10 x mehr Opfer von Polizeigewalt als
von gegnerischen Fans geben würde. Trotzdem muss man sich die Frage stellen, wie so eine Wahrnehmung
entstehen kann? Die von Seiten der Polizei immer wieder wiederholte These, die Fans würden permanent
Vorfälle aufbauschen und sich selbst eine Opferrolle herbeireden greift aus unserer Sicht zu kurz.
Von Fußball- oder Polizeifunktionären ist oft zu hören, man müsse möglichst hart gegen Fußballfans vorgehen
um "hier in Deutschland nicht italienische Verhältnisse zu bekommen". Wir fragen uns - gerade auch mit
Hintergrund des Umfrageergebnisses - ob hier nicht Ursache und Wirkung vertauscht werden?
Jeder Fußballfan, der schon in den 80er-Jahren regelmäßig Heim- uns Auswärtsspiele besucht hat wird bestätigen, dass es noch nie so wenig Gewalt und Aggression in den deutschen Bundesligastadien gab wie in den letzten Jahren. Demgegenüber steht - zumindest in München - ein Polizeiapparat, der in einem Maß hochgerüstet wurde das jede Verhältnismäßigkeit vermissen lässt. Zwei aktuelle Beispiele: 1. Nach dem letzten Bundesligaspiel gegen Bochum werden 30 Beamte der Spezialeinheit USK hinter die Kurve positioniert, um zwei Fans, die zu große Fahnen geschwenkt haben aufzugreifen. 2. In der Sommerpause wurden zwei neue Planstellen für zwei weitere sogenannte "szenekundige Beamte" geschaffen, die in Zukunft die Fans der Bayern Amateure ausspionieren sollen. Dass es sich dabei um die gleichen Fans handelt, die man auch schon bei der ersten Mannschaft auf Schritt und Tritt überwacht, stört offensichtlich niemand.
Genau diese Unverhältnismäßigkeit sowie die nicht nachvollziehbaren Verbote lassen bei der jungen Fangeneration eine Stimmung entstehen, wie sie sich im Umfrageergebnis ablesen lässt. Diese Gefühlslage ist dann oft die Basis für Fehlverhalten von Seiten der Fans, welches selbstverständlich genauso wenig akzeptabel ist wie das Verhalten der Polizei. Fataler Weise wird solches Fan(fehl)verhalten dann als Argument herangezogen, um die Freiheiten noch weiter einzuschränken und den Polizeiapparat noch weiter hochzurüsten.
Ein Teufelskreis, der sich tatsächlich
in Richtung italienische Verhältnisse dreht. Die treibende Kraft dahinter ist aber nicht bei den Fans zu
suchen, sondern bei der Polizei. Die Fanseite hat bewiesen, dass sie gewillt ist, das Rad zurückzudrehen,
z.B. beim Thema Feuerwerkskörper. Die Polizei dreht trotzdem immer weiter in die andere Richtung...
Wie kann diese Entwicklung gestoppt werden? Wie man am oben beschriebenen Fall des Amateurederbys sehen
kann ist die Polizei nicht einmal daran interessiert, die schwarzen Schafe in den eigenen Reihen zur
Rechenschaft zu ziehen. Unsere letzte Hoffnung liegt deshalb vielleicht bei der Politik. Wenn man an den
Wahlkampf der FDP denkt sollte man meinen, dass sich auch in Bayern bald etwas ändern wird... Wir werden
dies auf jeden Fall genau im Auge behalten. Vielleicht gelingt es der "Freien Demokratischen Partei"
ja, zumindest ein wenig der verlorenen Freiheiten zurück zu gewinnen. Dadurch könnten sie dann zumindest
auch einen Beitrag leisten, dass die nächste Umfrage zum Thema Politikverdrossenheit bei der jungen
Generation nicht ähnlich katastrophal ausfällt wie unserer Umfrage zum Ansehen der Polizei.
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ARBEITSKREIS FANDIALOG: Club Nr.12 bietet Fanclubs neue Möglichkeit sich einzubringen |
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Vor zehn Monaten, nach dem "Skandal" um die Wortmeldungen auf der letzten JHV wurde der sog. Arbeitskreis Fandialog
(umgangssprachlich "Fanrat" genannt) ins Leben gerufen. Dreißig von der Fanbetreuung des FCB ausgesuchte
Fanclubvorsitzende treffen sich seitdem alle zwei Monate vor Heimspielen des FCB in der Arena und
diskutieren mit der Fanbetreuung des FCB über aktuelle, die Fans betreffende Themen wie Kartenvergabe,
Polizeiarbeit, Maßnahmen zur Stimmungsverbesserung und vieles mehr. Leider bleiben bei diesen Sitzungen
über 2000 Fanclubvorsitzende außen vor. Allerdings wäre es wohl auch nicht zielführend, sich mit 2000
Leuten zusammenzusetzen, da dabei wohl nicht viel herauskommen würde. (Mal abgesehen davon dass man dazu
erst eine neue Halle neben der Arena bauen müsste um alle Teilnehmer unterzubringen...).
Da der Club Nr.12 ja ohnehin kein klassischer Fanclub ist, sondern eher als eine Art Dachorganisation
(über 100 Fanclubvorsitzende sind Mitglied im Club Nr.12) arbeitet, möchten wir einen Beitrag leisten,
um die "Ausgesperrten" besser in dieses Gremium einzubinden:
Im Internetforum des Club Nr.12 werden wir in den nächsten Tagen ein Unterforum einrichten, in dem
Fanclubvorsitzende die Gelegenheit haben, aktuelle Wünsche, Probleme, Beschwerden oder sonstige Themen
einzubringen, und direkt mit anderen Fanclubvorsitzenden zu diskutieren. Alle Themen, die dort auf
breites Interesse stoßen werden wir dann in die nächste Arbeitskreis Fandialog-Sitzung einbringen und dort versuchen
eine Lösung zu finden. Die Ergebnisse werden wir in diesem Unterforum veröffentlichen. Auf diesem Weg
bleibt der Arbeitskreis Fandialog weiter in einer Größe in der man noch sinnvoll diskutieren kann, und trotzdem hat
jeder Fanclubvorsitzende die Möglichkeit seine Themen einzubringen.
Wie kann man sich für dieses Forum registrieren:
1. (Falls noch nicht geschehen): unter www.clubnr12.de -> Forum registrieren.
2. Uns einen Nachweis zukommen lassen, dass es sich bei Euch tatsächlich um den Vorsitzenden des Fanclubs XYZ handelt, z.B., indem Ihr...
a) ...eine E-Mail an ak_fandialog@clubnr12.de schickt, die von
einer Emailadresse abgeschickt wurde, die man eindeutig einem
Bayernfanclub zuordnen kann, wie z.B.
name@fcb-fanclub-xdorf.de
(Entscheidend ist eine eigene Domain!)
b) ...indem ihr uns eine Kopie/Scan Eures Fanclubausweises
zuschickt
(entweder an ak_fandialog@clubnr12.de, oder an
Club Nr.12 - Postfach 200510 - 80005 München)
Sollte Euer Fanclubvorsitzender nie oder selten im Internet sein kann er den Forumszugang gerne auch
auf ein anderes Fanclubmitglied delegieren. Schickt uns in diesem Fall bitte noch eine Art formlose
Vollmacht "...bestätige hiermit dass XYZ uns im C12-Forum vertreten soll". Weitere Fragen bitte direkt
an ak_fandialog@clubnr12.de. Bitte habt Verständnis, dass bis zur Freischaltung im ungünstigsten Fall auch
mal ein-zwei Wochen vergehen können, da das Postfach nicht täglich geleert wird und unsere Helfer ab
und zu auch mal etwas anderes zu tun haben und nicht permanent online sind (z.B. wenn sie sich gerade
in Bukarest, Florenz oder Lyon rumtreiben)
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FANMUSEUM: Von alten Spielern und neuen Neuerwerbungen |
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Von hochinteressanten Neuerwerbungen kann das Fanmuseum berichten. Vom C12-Mitglied Werner Simmerl
(einigen sicherlich als Vorsitzender des ÜFÜ-Fanclubs bekannt) haben wir eine umfangreiche Sachspende
erhalten. Neben zahlreichen Sportzeitschriften und FC Bayern-Clubzeitschriften aus den 1950er/60er/70er
Jahren sind vor allem einige Gegenstände aus dem Nachlass unseres ehemaligen Stürmers und Nationalspielers
Josef Pöttinger (1903-1970) zu nennen. Unschätzbaren Wert haben drei Notizhefte Pöttingers in denen er
feinsäuberlich von 1921 an Zeitungsartikel und Spielberichte des FC Bayern gesammelt hat. Hinzu kommen über
50 verschiedene Privat- und Spielfotos. Wir möchten uns hiermit bei Werner Simmerl und seinen "Hintermännern"
recht herzlich dafür bedanken. Derzeit sind wir noch am Sichten und Ordnen dieser Sammlung und werden Euch ab
Dezember die schönsten Stücke in unserer Ausstellungsvitrine neben dem Telekom-Laden im Stadion präsentieren.
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VERMISCHTES: Fahnenmeer, Termine |
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Projekt Fahnenmeer:
Wann darf ich meine 1,50-m-Fahne mitnehmen? Überblick über die nächste Bundesligaspiele (Angaben aus der
jeweiligen Stadionordnung)
01.11.2008 FC Bayern - Arminia Bielefeld -VERBOTEN
09.11.2008 FC Schalke 04 - FC Bayern - erlaubt (bis 2,00 m)
15.11.2008 Borussia M'gladbach - FC Bayern - erlaubt (bis 1,50 m)
22.11.2008 FC Bayern - FC Energie Cottbus - VERBOTEN
29.11.2008 Bayer Leverkusen - FC Bayern - erlaubt (bis 2,00 m)
Einige ausgewählte Termine:
2.11. - 14 Uhr FCB Amateure - Regensburg
Nach vier Unentschieden in Folge soll endlich mal wieder ein Dreier eingefahren werden. Dazu kann ein wenig,
gerne aber auch ein bißchen mehr akustische Unterstützung nicht schaden. Der Eintritt in die Hermann-Gerland-Kampfbahn
an der Grünwalder Straße ist für alle Jahreskartenbesitzer ist frei, und für alle Nicht-Jahreskarten-Besitzer gilt:
Die paar Euro lohnen sich sicher!
22.11. - 19 Uhr - Nach dem Heimspiel gegen Energie Cottbus findet die JHV des Club Nr.12 in der "Kegelhalle" an
der Säbener Strasse statt. Die Einladung hierzu wurde vor einigen Wochen zusammen mit den Mitgliedsausweisen
verschickt.
27.12. - ab ca. 15 Uhr - Der Termin für das traditionelle Fanszene-Kegelturnier steht nun fest. Weitere Infos
folgen in den nächsten Wochen.
Auswärtsfahrten: für die Busfahrten nach Schalke und Gladbach sind noch Restplätze vorhanden.
Ausnahmsweise gibt es auch ein sehr begrenztes Kontingent an "Fahrt + Eintrittskarte". Anmeldung über www.clubnr12.de!
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